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Pressemitteilung - Zwei Wochen im eingeschränkten Regelbetrieb - Kindereinrichtungen ziehen erstes Resümee

13. 06. 2020

Wie sieht ein Kindergartenalltag im eingeschränkten Regelbetrieb eigentliche aus?

 

Regelbetrieb, das klingt nach Normalität. Doch „normal“ ist in den Zeiten von „Corona“ ein sehr weit gefasster Begriff. Seit 2. Juni 2020 dürfen alle Kinder wieder in den Kindereinrichtungen betreut werden. Alle, uneingeschränkt.

 

Eingeschränkt ist der Alltag allerdings dennoch. Abstandsregeln, geschlossene Gruppen, umfangreiche Hygienemaßnahmen – ein logistischer Meisterakt, der allen Beteiligten viel abfordert. „Aktuell (mit Stand 10. Juni) betreuen wir 440 Kinder in den zehn Einrichtungen in der Trägerschaft der Lutherstadt Eisleben“, erläutert Arwed Reichelt, Leiter des EB Kindertagesstätten der Lutherstadt Eisleben. 75 Prozent der Betreuungsverträge werden in den Kindertagesstätten abgerufen, 40 Prozent in den Horten.

 

Betreuungsverträge insgesamt hat der EB 731 geschlossen. Dass die Betreuungszahlen in den Horten noch so gering sind, liegt schlichtweg daran, dass noch nicht alle Grundschulen der Lutherstadt Eisleben wieder im Vollbetrieb laufen. Das ändert sich allerdings in den nächsten Wochen.

Die Herausforderungen, die die Kindereinrichtungen in den vergangenen zwei Wochen zu stemmen hatten, werden dann nicht geringer. Die permanente und konsequente Umsetzung der Hygieneregeln ist nur eine davon.

 

Die separierte Gruppenbetreuung lässt nicht viel Spielraum in der Personaldecke zu. „Wir haben Mitarbeiterinnen, die im normalen Arbeitsablauf vormittags in einer Kita arbeiten und nachmittags in der Hortbetreuung“, schildert der Eigenbetriebsleiter die herkömmliche Betreuungssituation. Nun sind die Kita und die drei Horte in der Lutherstadt Eisleben räumlich voneinander getrennt. Nach der derzeitiger Verordnung müssen die Erzieherinnen allerdings in ihren Räumlichkeiten mit festen Gruppen verbleiben, dürfen weder Gruppe noch Räumlichkeit wechseln. Das betrifft zehn Erzieherinnen, die nicht zwischen Hort und Kita täglich wechseln dürfen. Verbleiben diese in der Kita – fehlt qualifiziertes Betreuungspersonal im Hort; bleiben die Erzieherinnen im Hort, fehlen diese in der Kita – die Mitarbeiterinnen dort kompensieren dies mit dem Aufbau an Mehrstunden auf. Das kann nur bedingt langfristig so organisiert werden.

 

Hinzu kommen als Risikogruppe attestierte Erzieherinnen und saisonal bedingter Krankenstand. „Wir arbeiten mit 80 Prozent der personellen Kapazitäten“, so Reichelt. Ein Zustand, den er sehr kritisch sieht und deshalb mit dem Kuratorium und den jeweiligen Elternvertretern besprechen möchte. „Wir müssen notwendige Anpassungen vornehmen, um unter den derzeitig bestehenden Regeln langfristig einen geregelten Ablauf in den Einrichtungen gewährleisten zu können“. Man habe deshalb die vergangenen zwei Wochen genau analysiert.

Jetzt gilt es die Ressourcen dauerhaft zu erhalten. Der Hortbetrieb ist abgesichert. In den Kindertagesstätten stehen die Erzieher*innen in engen Absprachen mit den Eltern. Und auch, wenn jedes Kind wieder Anspruch auf eine Betreuung hat, klären die Erzieherinnen die zwingende Notwendigkeit dieser ab.

 

Denn, vielen Eltern sei es nicht bewusst, was ein eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet. Das heißt nämlich nicht, dass alles so laufen kann wie früher. Wer auf die Kita-Betreuung nicht angewiesen ist, sollte seine Kinder weiter zu Hause lassen. So sehe es die Eindämmungsverordnung des Landes trotz der Lockerungen vor.

 

Arwed Reichelt kann indes nicht genug betonen, dass sich eine Vielzahl der Elternschaft vernünftig und verständnisvoll, ja, solidarisch mit den Kindereinrichtungen zeigt und das unermüdliche Engagement der Mitarbeiterinnen honorieren.

 

„Die Situation ist nicht einfach, nicht für die Erzieherinnen, nicht für die Eltern und schon gar nicht für die Kinder. Wir haben bisher immer Lösungen für jede spezielle Herausforderungen gefunden. Wenn es uns jetzt noch gelingt, eine moderate Anpassung in den Öffnungszeiten der Kindereinrichtungen vorzunehmen, dann können wir langfristige ein konstante Betreuung garantieren.“

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Pressemitteilung - Zwei Wochen im eingeschränkten Regelbetrieb - Kindereinrichtungen ziehen erstes Resümee